Austauschprogramme für grenzüberschreitendes Studieren

Die viel diskutierten neuen Studiengebühren werden auf jeden Fall auch neue Probleme geben und sich wahrscheinlich auch auf Austauschprogramme auswirken. Wie sich die EU-Länder letztendlich dazu stellen werden - das wird sich zeigen. Sicher ist nur, dass in diesem Fall die Studiengebühren nach oben korrigiert werden. Und - obwohl von der EU-Kommission anders beschrieben - sind die zu zahlenden Gebühren für Gaststudenten aus Deutschland sehr häufig um einiges höher als für Inlandstudenten. Auch hier gehen Theorie und Praxis an vielen Hochschulen im Ausland zwei ganz unterschiedliche Wege. Z.B. in Polen: dort ist das Studieren grundsätzlich kostenfrei und Austauschprogramme sind dort immer gern gesehen. Von den deutschen Studenten allerdings fordert die Uni Warschau pro Jahr zwischen 2000 Euro und 5000 Euro. Verpflichtende Sprachkurse kosten sogar zwischen 4000 Euro und 9000 Euro. Alles in allem werden den Studenten im EU Ausland und bei derartigen Austauschprogrammen immer auch passende Unterkünfte, beispielsweise in Ferienwohnungen zur Verfügung gestellt.

Austauschprogramme zusammengefasst: "Sokrates"

Ganz ähnlich sieht das auch in Tschechien aus: hier zahlen die Gaststudenten ähnlich hohe Gebühren und Beträge und müssen auch für Austauschprogramme häufig ziemlich viel löhnen. Für die besonders attraktiven englischen Studiengänge werden Kosten bis zu 10.000 US-Dollar im Jahr extra berechnet. Die vielen Studienangebote in Landessprache sind dagegen kostenfrei (Angaben des DAAD, Deutscher Akademischer Austauschdienst). Früher gab es eine Reihe von verschiedenen Austauschprogrammen – z.B. auch Lingua (für Sprachstudenten) oder Tempus (für den Austausch mit Mittel- und Osteuropa). Heute sind diese Programme von der EU alle zusammengefasst worden. Dieses gesamte Paket nennt sich „Sokrates“. Wichtig: den Studierenden werden EU-Mittel zur Verfügung gestellt, um für sie das Studieren im EU-Ausland leichter zu machen. Dafür bestehen zwischen einzelnen Instituten Verträge, wie viele Studenten z.B. jährlich für wie viele Monate von welchem Institut aufgenommen werden.

Austauschprogramme für über 7 Milliarden Euro

"Sokrates" ist eine Alternative zu einem kompletten Studium im Ausland – der Programmname dieser zusammengefassten Austauschprogramme steht für verschiedene Aktionen und Angebote der Europäischen Union. Im Jahre 2007 allerdings ist das Bildungsprogramm „Sokrates“ durch das neue EU-Programm für Lebenslanges Lernen (LLLP) abgelöst worden. Für dieses neue Programm bewilligte die Europäische Union bis 2013 noch einmal rund sieben Milliarden Euro. Dazu gehört das Hochschulbildungsprogramm „Erasmus“: dieses bietet den Studierenden (und auch den Lehrenden) die Möglichkeit, an eine europäische Partneruniversität für einen begrenzten Zeitraum wechseln zu können. Die teilweise schon über Jahre andauernden Partnerschaften zwischen den Universitäten haben einen entscheidenden Vorteil: die meisten Abläufe sind standardisiert, vieles kann so reibungsloser ablaufen und unnötige Wartezeiten entfallen.